Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

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jap
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Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von jap » 23.03.2008, 22:23

Hi zusammen,

da ich grade an einer Hausarbeit bin, stieß ich auf folgenden Artikel des Deutschlandfunks,
der mich in der Frage welche Literatur ich mir durchlese, etwas durcheinander gebracht hat:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/poli ... ur/438368/

Was haltet ihr von dem Artikel und der angesprochenen "Verzerrung" in der Darstellung Maos?
Ja wie unverzerrt sind eigentlich Biographien?
Was haltet ihr von den beiden erwähnten Biographien (Chang, Halliday kontra Li Zhisui )?
Wer kennt/hat gelesen beide? (hab selbst hier nur "Chang, Halliday" liegen)
In wie weit eignen sich beide Bücher um sich ein Bild von Mao und seiner Rolle im 20. Jahrhundert zu machen?
Habt ihr andere Empfehlungen?

Das sind so meine Fragen die mich beschäftigen...
was meint ihr?
Freu mich auf input!

Grüße

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von Sonnenschein » 23.03.2008, 22:40

Ich verstehe nicht, warum vielen Deutschen schwer fällt, die kommunistische Bewegung in China zu verstehen. Schließlich schrieb Karl Marx auf Deutsch! Es werden auch viele Bücher von Chinakenner oder Chinafeinden veröffentlicht. Man soll vielleicht beide Seiten lesen, dann bekommt man ein besseres Bild. Mao in meiner Ansicht ist weder Monster, noch Heiliger. Etwas inzwischen. Ich würde Gelehrten wie Michael Parenti mehr Glauben schenken als den Klageschriften. http://www.michaelparenti.org/Tibet.html

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von Narr » 23.03.2008, 23:12

in dem Fall würde ich Sonnenschein sogar zustimmen... am besten beide Seiten lesen und vorbringen... du warst nicht dabei... wie sollst du da bewerten?

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von no1gizmo » 23.03.2008, 23:38

Ich kann Mao überhaupt nicht leiden, wenn ich damit aber wieder anfange, gehts los... :roll:

Mao war ein großer Faktor der chin. Selbstzerstörung.
Während China sich mit Unterdrückung und solch Aktionen wie die Kulturrevolution selbst kaputt gewirtschaftet hatte, konnte z.B. Japan in Ruhe Wirtschaftsaufstiege, steigenden Wohlstand und Freiheit ausleben und ist heute noch in seinem Standard eben wegen diesem Vorsprung viel weiter.
Narr hat geschrieben: du warst nicht dabei... wie sollst du da bewerten?
Richtig. Hitler war auch nen Kumpel. Oder kanntest du ihn persönlich und warst bei seinen Machenschaften dabei?
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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von Narr » 23.03.2008, 23:47

nein, aber ich kannte Hitler auch nicht persönlich. Also weiß ich nicht was er wirklich selbst gemacht hat und was nicht.

Ich kann mir natürlich ein Bild über Ihn machen bezüglich der Dinge die passiert sind. Aber Hitler hat sicher nicht alles allein gemacht. Das zumindest wissen wir auch.

ich hab ja nicht geschrieben..."Schreib das Mao ein netter Kerl war"

EDIT:

Im übrigen beschäftigt sich Deutschland sehr stark und kritisch mit dem Thema Hitler und das dritte Reich... kannst du das von Mao und China auch behaupten?

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von no1gizmo » 24.03.2008, 00:52

Narr hat geschrieben: ich hab ja nicht geschrieben..."Schreib das Mao ein netter Kerl war"
Hast du in der Tat nicht. Nach deiner Theorie kann ich aber behaupten, dass Hitler nen cooler Zeitgenosse damaliger Zeit war.

Oder warst du dabei und kannst aus Erfahrung das Gegenteil behaupten?

Oder anders herum: Man darf überhaupt nichts sagen, da man eh keinen Schimmer hat was damals am "Tatort" genau los war.
Narr hat geschrieben: Im übrigen beschäftigt sich Deutschland sehr stark und kritisch mit dem Thema Hitler und das dritte Reich... kannst du das von Mao und China auch behaupten?
Eben nicht. Ich würde es mir wünschen!
Blos dann würde sicher alles heruntergespielt werden seitens der chin. Regierung. Die würden doch nie und nimmer so selbstkritisch daran gehen, wie die Deutschen bezüglich Hitler.
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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von Narr » 24.03.2008, 00:59

naja es soll ja Leute geben die das behaupten, da gehöre ich aber nicht dazu.
Aber zwischen Teufel und cooler Typ ist schon ein recht großer Spielraum.
Allein hat er das alles aber eben sicher nicht verbrochen.

Was ich aber eigentlich sagen wollte.
Deutschland hat sich selbst sehr kritisch mit seiner eigenen Geschichte auseinander gesetzt.

China aber nicht... also auf was für Quellen greifst du zurück?
Bis sich China selbst kritisch mit dem Thema befasst... wird man hier nur "extreme" in der Literatur finden...
und Mao war genau wie Hitler sicher nicht allein an allem was passiert ist schuld, da brauchts schon ein paar mehr Leute zu.

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von jap » 24.03.2008, 01:10

Hey toll dass ihr eure Meinung hier schreibt!
Man soll vielleicht beide Seiten lesen, dann bekommt man ein besseres Bild. Mao in meiner Ansicht ist weder Monster, noch Heiliger. Etwas inzwischen.
sonnenschein da hast du Recht hab ich mir schon fast gedacht ;) Ich möchte einfach ein möglichst objektives Bild gewinnen (was zwar nicht möglich ist da die Autoren ja auch nur Menschen sind).

Narr meint einfach dass mann eben nicht selbst bewerten soll weil man es ja eh nicht kann
und daher mehrere Sichtweisen (zb eher pro Mao und die andere eher kontra Mao) ausdrücklich anbringen, anfrühren sollte (beim Schreiben von Hausarbeiten & auch bei Diskussionen ;)).

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von bossel » 24.03.2008, 17:25

Mao war ein Mensch, genau wie Hitler ein Mensch mit zig Millionen Toten auf seinem Gewissen (man könnte also auch sagen: ein Riesenarschloch).

Für ein paar Fakten anstatt Meinungen:
20th Century Democide

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von Yuan Qi » 24.03.2008, 18:04

Falls du chinesisch lesen kannst, kannst du diesen Artikel lesen.

http://forum.chinaseite.de/ftopic3580.html
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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von jap » 24.03.2008, 18:21

bossel danke für deinen interessanten Link!

Yuanqi, leider reicht es für so lange und komplexe Texte noch nicht :( vielleicht findet jemand doch mal Zeit zu übersetzen. Welches ist denn die Quelle für diesen Artkel?

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von Yuan Qi » 24.03.2008, 20:19

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von Big Al » 05.11.2008, 22:58

Naja ich kann Mao zwar auch nicht beurteilen, habe aber gehört, dass dieser Kerl ein Idiot gewesen sein muss, wenn sogar eine Zeitung , Artikel habe ich gelesen, ihn auf eine Stufe mit Hitler und Stalin setzt.

So kann ich jetzt doch sagen: Mao war für mich ein krankes Hirn. Hat über 10 millionen Chinesen umbringen lassen.



http://de.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong
Für ihren Film „Sieben Jahre in Tibet“ erhielten der Regisseur Jean-Jacques Annaud sowie die Darsteller Brad Pitt, David Thewlis und Jamyang Jamtsho Wangchuk ein lebenslanges Einreiseverbot in die Volksrepublik China.

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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von Laogai » 06.11.2008, 02:20

Big Al hat geschrieben:Naja ich kann Mao zwar auch nicht beurteilen, habe aber gehört, dass dieser Kerl ein Idiot gewesen sein muss, wenn sogar eine Zeitung , Artikel habe ich gelesen, ihn auf eine Stufe mit Hitler und Stalin setzt.
Ich hoffe, dass deine Definition von "Idiot" nicht der meinen entspricht!
Nach meiner Definition waren weder Hitler noch Stalin noch Mao "Idioten". Ganz im Gegenteil, ihre Intelligenz hat sie populär und letztendlich gefährlich gemacht.
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Re: Mao als blutrünstiges Monster, Deutschlandfunk Artikel

Beitrag von OlafSt » 06.11.2008, 13:23

Dem Idioten kann ich, wie @laogai, nicht zustimmen. Für das, was die drei genannten Diktatoren so gebracht haben, braucht man eine ordentliche Portion Verstand.

Aber dem kranken Hirn mag ich zustimmen. Es waren übrigens über 50 Mio. Menschen, die Mao auf dem Gewissen hat...

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